Petrus auf Drogen…

Immer muss der über’s Wetter schreiben… aber das ist nun mal das wichtigste im Moment. Und diesmal hat ein Moselwinzer nix zu meckern! Kommt selten vor, ist aber so. Nach dem Regen kam die Sonne, die Kühle und trockener Wind. Wenn schon Regen dann geht es danach nicht mehr besser. Es scheint als wäre Petrus auf einem super Trip…

Warum? Ganz einfach, die durch den Regen in einigen Weinbergen hervorgerufene Fäulnis wird dadurch zur Edelfäule und das mit nahezu 100%. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr wird es deswegen heißen die guten (gesunden) ins Eimerchen und die „schlechten“ ins andere Eimerchen. Letztes Jahr gingen die noch meist zu Boden auf Grund von hässlicher Fäulnis. Aber daran wollen wir nicht mehr denken!

Blick voraus, was geht ab: Bei dem Wetter nehmen die Trauben stetig, aber nicht so schnell an Mostgewicht zu. Wir sind jetzt bei allen Weinbergen – auch den Basislagen – über die 70°Oe gesprungen. In den Toplagen reißen wir schon die 90° Oe an. Schon fast etwas hoch für den Moment, der immer noch September heißt, aber ein Glück zeigen sich die Säuren etwas stabiler als nach dem heißen Sommer erwartet und sind alle noch über 10g/l. Basierend auf diesen Fakten und intensiven Touren durch die Weinberge bleibt der Plan bestehen. Am Montag den 05. Oktober geht’s los…erst mit ein wenig Vorgeplänkel am Montag, dann eventuell den Junganlagen am Dienstag und Mittwoch geht es in die Vollen.

Im Gegensatz zu den vergangen Jahren ist der Unterschied zwischen Einzelpfahlanlagen und Drahtanlagen in Sachen Fäulnis nicht so gravierend. Trotzdem werden wir wohl wie gewohnt in der ersten Lesewoche unseren Fokus auf die Drahtanlagen legen. Ob wir Vorlesen oder direkt in zwei Eimer lesen ist noch fraglich, hängt vom Wetter, Weinberg und dessen Zustand ab.

Auffällig ist dieses Jahr die Inhomogenität der Weinberge. Die Mostgewichts- und Gesundheitsunterschiede zwischen Weinbergen die teilweise in direkter Nachbarschaft liegen ist gravierend. Deswegen ist es wie im vergangen Jahr schon wichtig die Weinberge mehrmals Wöchentlich zu beobachten und flexibel reagieren zu können.

Alles in Allem ist die Moselwinzerlaune wieder erheblich besser als vergangene Woche. Es ist viel möglich, von trocken bis edelsüß. Es wird kein herausfordernder Herbst, aber die Aufgabe nehmen wir gerne an – „Höggschde Konzentration, Jungs!“.

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